Presse-WM PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Keller, Marcus   
2-facher Vizeweltmeister wurde Karl Rupp (links, bei der Siegerehrung im Straßenrennen) vom RC Villingen bei den Presseweltmeisterschaften. Panagiotis Zachariou siegte und Hans-Jürgen Bazan wurde Dritter.Nachdem die Mannschaft des RC 1886 Villingen das Jahr erfolgreich mit dem Gewinn der Teamwertung im Interstuhl-Cup abschliessen konnte, kam der älteste Fahrer des RC mit 2 Silbermedaillen von der Presse-WM auf Kreta zurück.
Zum ersten mal standen bei der Presse-WM insgesamt 4 Wettbewerbe auf dem Programm der Fahrer. In diesem Jahr gab es auch ein Teamzeitfahren, bei dem drei Fahrer als Mannschaft an den Start gingen. Die Zeit des 2. Fahrers wurde gewertet, vorausgesetzt der dritte Fahrer erreicht das Ziel. Auf diesem 16 Kilometer langen Zeitfahren mußten nicht weniger als 480 Höhenmeter überwunden werden. Ein hartes Stück Arbeit für alle Teilnehmer. Karl Rupp startete im deutschen Team und wurde mächtig gefordert, da der erste Anstieg nach 200 Metern kam und der dritte Mann in diesem Zeitfahren bereits hier den Anschluss verlor. Lange Zeit konnten sie sich auf Rang 3 halten, verloren aber auf den letzten Metern den Kampf um Platz 3 und wurden knapp auf Rang 4 verwiesen. Bei dem kurzen Sprintrennen war er chancenlos und wurde 6. Bei der Zieldurchfahrt hatte er zwar eine der höchsten Geschwindigkeiten, aber die Explosivität beim Start fehlte, um besser platziert zu sein. Sein Bestreben von dieser WM mit einer Medaille, egal welcher Farbe, heimzukommen versuchte er dann im Einzelzeitfahren umzusetzen. Das mit 7 Kilometern relativ kurze Zeitfahren wies auf den letzten 1,5 Kilometern eine Höhendifferenz von 130 Metern auf. Hier galt es den richtigen Rhythmus und Gang zu finden. Karl Rupp konnte am Beginn des Anstiegs bereits zwei vor ihm gestartete Fahrer auffahren und zeigte sich in guter Verfassung. Den Sieg eines ehemaligen griechischen Meisters Panagiotis konnte er nicht gefährden, aber dem ehemaligen Weltmeister Bazan konnte er 20 Sekunden abnehmen und sich damit die Silbermedaille sichern. Am nächsten Tag folgte das Straßenrennen, das auf 10 Kilometern Anfahrt neutralisiert war und dann in einem stetigen Auf und Ab über knapp 50 Kilometer führte. Erneut konnte der Grieche Panagiotis den Wettbewerb gewinnen. Um Platz 2 und 3 sollte ein harter Kampf entbrennen. Die erste längere Abfahrt nützte Bazan um Karl Rupp weit zu distanzieren. Nach sieben Kilometern kurz nach Befahren des Start/-Zielbereiches und damit erneut in der 3 Kilometer langen Steigung hatte Rupp wieder aufgeschlossen, der Rest des Feldes war abgeschlagen. Wissend um seine Abfahrtsschwäche versuchte Rupp mit wiederholten Attacken sich einen Vorsprung für die Abfahrt zu erarbeiten. Doch er konnte seinen Gegner nicht abschütteln und so gingen sie gemeinsam in die Abfahrt. Doch dieses mal ging Rupp auf volles Risiko und als sie unten ankamen war er am Hinterrad seines Gegners. Ein Kilometer vor dem Ziel begann erneut eine Steigung und beide Kontrahenten belauerten sich. Mit Uli Rottler hatte Karl Rupp zuvor das längere Spurten am Berg trainiert und kettete 400 Meter vor dem Ziel ziemlich groß und trat an. Das spezielle Training zeigte enorme Wirkung, denn auf diesen Schlussmetern konnte er seinem Gegner 100 Meter abnehmen und wurde für diesen Kraftakt mit dem erneuten Gewinn der Silbermedaille belohnt. Mit Platz 6, 4 und dem Gewinn von zwei Vizeweltmeisterschaften konnte Karl Rupp besser abschneiden als er selbst erwartet und erhofft hatte. 11.10.2016